Europa, einig Vaterland...

Veröffentlicht auf von Jojo Heinz

Am Donnerstag hatte ich meine Réunion de rentrée an der Universität, ein Vortreffen des Studienganges. Hier werden alle Formalitäten besprochen, so zumindest der Plan. Als die ca. 100 Studenten des Masters neuere europäische Geschichte sich aber versammelt hatten, begann der Leiter des Studiengangs, Monsieur F., zunächst mit einer 90-minütigen Ansprache. Etappe eins: die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge, Angeklagter: der Bologna-Prozess. Etappe zwei: die Verteilung von Forschungsmitteln an den Universitäten in Frankreich, Angeklagter: die Naturwissenschaften. Etappe drei: das enorme Arbeitspensum des Studienganges, Angeklagter: die faule Studentenschaft von heute. Das hätte auch wunderbar die Ansprache eines Professors für Geschichte der Uni Bonn sein können. So oder so ähnlich hunderte Male gehört. Während die Politik verzweifelt versucht, ein einheitliches Europa zu schaffen, eint die Europäer zumindest eines: die Kritik an diesen Maßnahmen. Da habe ich mich doch direkt ganz wohlig und heimisch gefühlt.
Noch dazu ist Monsieur F. die perfekte Verkörperung meines französischen Klischee-Geschichtsprofessors. Er sieht aus wie Jeff Goldblum, ist in Camus gekleidet und ein Zyniker, das aber auf sehr humorvolle Art und Weise. Warum ich mir vorgestellt habe, dass ein französischer Geschichtsprofessor wie Jeff Goldblum aussehen sollte? Gute Frage!
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A
Wunderbare Beobachtung. StudentInnen dieser (europäischen) Länder vereinigt euch!
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S
Find ich super, dass die Franzosen sich genauso beschweren. Das ist dann wohl eines der wenigen Male, in denen nicht "tout parfait" in Frankreich ist.....
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