Ode an ein Rhinovirus

Ich wälze mich im Bett herum
Ich kann nicht schlafen, kann nicht lesen, kann nicht schreiben, fühl mich dumm
Ich habe mir ein Rhinovirus eingefangen
Ein bisschen Schmerz im Hals, ein bisschen rote Wangen
Mein Gehirn ist leicht nur überhitzt
Mein Körper ganz leicht kalt, obwohl er schwitzt
Da draußen vor den schwarzen Jalousien
Wird laut gespielt, geschrieen und gelacht
Hier drin will Zeit sich langsam nur verziehen
Eben war’s sechs Minuten vor, dann zwei, jetzt ist es Acht
Die weite Welt schreibt derweil flink Geschichte
Ein Börsencrash bestraft der Spekulanten Eile
In Bayern geht der Einparteienstaat zunichte
Hier gibt’s nur mich und meine Langeweile
Und doch geht es mir ja nicht wirklich schlecht
Mich zu beschweren: dazu habe ich kein Recht
Es halt nur eine leichte Infektion
Morgen geht’s mir sicher besser
Ach wär’s doch Morgen schon!
Verfasst am 18. September 2008 im Fieberwahn.
Die Autorin erholte sich schon nach einem Tag fast vollständig von der Krankheit und konnte bereits am 20. September wieder zu gewohnter Schreibform zurückfinden.

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